Der Kommentar - FDP-Ortsverband LOHMAR Partner der Bürger

Der Kommentar

"Alte Kamelle"

Konzepte gegen das Jabach-Hochwasser

Das Baumstümpfe mitten im Jabach-Bett stehen, will plötzlich niemand gewusst haben. Dass der Aggerverband das Bachbett profilieren (durch Baggerarbeiten von über Jahre abgerutschtes Erdreich erweitern) sollte, bevor für viel Geld für einen „Staudamm“ ausgegeben wird, sind in Zeiten der beginnenden Karneval Session aus Sicht der FDP-Lohmar „alte Kamelle“. Wir FDP-Bürger / Anwohner haben dies wiederholt und gebetsmühlenartig in Ausschusssitzungen / Bürgerversammlungen gefordert und wurden nicht gehört („…Gestrüpp“). Nun will die Stadt endlich den Aggerverband auf dieses Problem ansprechen. Ziemlich spät meinen wir Liberalen - schließlich wurde vergangenes Jahr mit dem Pflanzen neuer Bäume am Ufer begonnen. Wie sehen die alternativen Lösungen zum „Staudamm“ aus? Was spricht gegen den von Anfang an durch die FDP Lohmar begründeten Vorschlag ein Hochwasserrückhaltebecken (HWR) an der Fuchsfarm zu errichten?
Nun - wie sollte es anders sein, zum einen das Geld (1.0 Mio Euro sind zwar viel Geld bei leeren Kassen, bei Zuschüssen evtl. schon weniger) und die Dauer bis ein HWR geplant, genehmigt und gebaut wird. Außerdem muss ein Regenrückhaltebecken gewartet werden (zusätzliche Kosten) - was leider schon am Hasselsiefen in Donrath nicht erfolgt. Was spricht für ein Hochwasserrückhaltebecken? Unser FDP-Mitglied Herr Eberz rechnete am 22.10.2014 vor, dass selbst bei einem extremen Bachbettdurchfluss von  11 m³/sec (statt 7,5 m³ bei einem HQ100-Ereignis) und einem zeitgleich und sofort eintretenden größtmöglichen technischen Problem wie z. B. einer 100%igen Ablaufverstopfungen erst einmal das über 60.000 m³ fassende HWR über eine Zeit von 60.000/11 = 54.545 sec oder 1,5 Stunden voll laufen würde - hierdurch ergäbe sich für Bürger und Feuerwehr eine ausreichende Zeit um Katastrophenschutzmaßnahmen sowohl im Wohngebiet als auch an öffentlichen Gebäuden, an Lohmarer Betrieben einzuleiten und dadurch diese Objekte zuverlässig zu schützen. Das HWR ist viel mehr als ein Objektschutz – es hält in der geplanten Größe erhebliche Wassermengen von dem gesamten überflutungsgefährdeten Gebiet zurück und schützt nicht wie die Variante „Wasserabfluss zum Donrather Dreieck“ nur einzelne Bereiche bis zu einem fiktiv definierten Ereignis mit statistisch unsicherer Intensität.
Über die Differenz von 1 Mio. Euro für die beste Lösung gegenüber 0,3 Mio. für eine zweitbeste Lösung sollte kein vernünftiger Entscheidungsträger länger nachdenken, wenn ihm bewusst wird, wie hoch das Kostenrisiko bei Versagen eines bei der „zweitbesten Lösung“ erforderlichen Objektschutzes ansteigt, z.B. weil ein Hausmeister im Schulzentrum in der Nacht möglicherweise nicht schnell genug vor Ort ist. Die Enttäuschung der dann zum X-ten male abgesoffenen RSB-Bewohner, denen sogar die Grünen im Wahlkampf das HWR versprachen, wollen wir uns erst gar nicht vorstellen.
Wir Liberalen fordern als einzige Lohmarer politische Partei unverändert das Regenrückhaltebecken. Zusätzlich muss bis zur abschließenden Funktionssicherheit des HWR ein durch die Stadt Lohmar vorgehaltener zusätzlicher Objektschutz wie z.B. aus „Beaver-Sperrschläuchen" für die RSB-Siedlung regelmäßig geprobt werden. Erst mit einem Zeitvorteil von 1,5 Stunden für Katastrophenschutzmaßnahmen werden zukünftig Schäden an Schulen, der Jabachhalle, der Feuerwache und Ihnen - dem Anwohner - ausbleiben. Wir Liberalen meinen, dass das Konzept Hochwasserrückhaltebecken an der Fuchsfarm alternativlos ist.